Crowdsourcing – Neue Mode oder echte Chance?

Der Begriff Crowdsourcing ist ein Kunstwort aus den Begriffen Crowd (dt. Gruppe, hier Community gemeint) und Outsourcing (dt. Auslagerung von Prozessen und/oder Dienstleistungen). Crowdsourcing ist das beste Beispiel was Web 2.0 bedeutet, nämlich das „Mitmachweb“. Ich möchte etwas von meiner Fan-Gemeinde oder auch einer fremden Community, anstatt mich z.B. an eine Marketing Firmen zu wenden, erledigt haben. Ein Beispiel hierfür sind Werbe Videos, Produkt- und/oder Verpackungsdesign.

Das bekannteste Beispiel ist das wohl größte Online-Lexikon der Welt: Wikipedia. Ein weiteres Beispiel ist aktuell von Google der Building Maker. Hier werden Sie aufgefordert Gebäude in Google Earth in 3D Objekte umzuwandeln. Sehen Sie hierzu folgendes Video (english):


Nun, solche Projekte sind schon mal für die meisten Unternehmen nicht durchführbar, da hierzu einfach die große Community fehlt die man benötigt. Es gibt jedoch andere Möglichkeiten auf Crowdsourcing zu setzen um Geld zu sparen oder gleichzeitig PR und Marketing Kampagnen zu fahren. In den USA gibt es hierzu natürlich unzählige Beispiele, wie z.B. die Firma Blendtec. Eine kleine Firma fragt die Community wie Sie die Qualität Ihrer Produkte beweisen können und haben es mithilfe eine Videokanals auf YouTube auf die Nr. 1 in den USA gebracht. Beispiele gibt es auch in kleineren Dimensionen:

  • Threadless – Designen Sie ein T-Shirt und bekommen bis zu 2.500 $ wenn es vertrieben wird
  • laFraise – Das funktioniert bei uns nicht? Doch tut es, eine „Kopie“ aus Frankreich inkl. deutscher Seite
  • Tschibo Ideas – Dachten Sie ich gebe hier nur Beispiele aus den USA an? Hier aus Deutschland.
  • Spar Österreich – Spar Österreich lassen Ihre Community eine Plastiktüte designen
  • MAM Babyfläschchen – MAM ließ Babyfläschchen designen und bezahlte dafür Preisgelder aus

Weitere Beispiele

Nun, das ist ja alles gut und schön, aber das geht bei Ihnen sowieso nicht? Nun, ohne eigene Community oder Präsenz im Social Media Bereich wird es schwieriger. Überlassen Se sowas nicht den Zufall und holen Sie sich zumindest einen Rat von erfahrenen Leuten. Ich meine hier damit nicht der Hersteller Ihrer Prospekte oder Zeitungswerbung, sondern jemand der sich im Social Media Bereich auskennt. Wenn Ihr bestehender Partner das tut, umso besser.

Ein Beispiel: Mit etwas Budget könnte man ein Gewinnspiel ausloben mit wirklich nennenswerten Preisen. Ziel ist es ein Videotrailer, ein Design oder vielleicht auch nur einen Bericht erstellen zu lassen. Die besten Ideen werden veröffentlicht, prämiert und kommen mit Bild auf die Homepage, auf Wunsch auch mit Backlink auf deren Seite. Wenn die Preise attraktiv sind, werden auch Profis oder ganze Unternehmen daran teilnehmen, vor allem dann, wenn man dadurch kostenlose Presse bekommt. Wenn man hier also eine Zeitung, Zeitschrift oder ein Radiosender mit einbezieht, ist das sicher kein Fehler.

Beispiel Video: Ich würde hierfür einen eigenen Videokanal auf YouTube anlegen und durch ein Video auf YouTube dafür werben. Gleichzeitig spiele ich die ganze Palette der kostenlosen Online Werbung nutzen:

  • LandingPage – Machen Sie eine eigene Seite mit eigener Domäne dafür
  • Newsletter – Nicht nur der eigene. Suchen Sie themenverwandte Newsletter und fragen Sie einfach.
  • Twitter – Wenn Sie einen Account haben nutzen diesen, ansonsten bitten Sie andere das zu tun
  • Blogs – Themen- und große Blogs einfach fragen ob Sie Interesse haben das zu veröffentlichen
  • Facebook – Wenn nicht Sie kennen Sie sicher jemanden
  • XING – Wenn Sie auch Profis aktivieren wollen nutzen Sie XING und die Gruppen dort
  • xxxVZ – Nutzen Sie die Communities um angehende Profis zu aktivieren (Studenten)
  • Medien – Wenn Sie Kontakte haben nutzen Sie diese, ansonsten fragen Sie doch einfach
  • Video – Spielen Sie auch ihr Ausschreibungsvideo auf andere Plattformen, auch auf mySpace und Facebook

Bei längeren Aktionen planen Sie Zwischenauslosungen, also Sieger der Woche und veröffentlichen diese. Wenn Sie sich das nicht selbst zutrauen, so lassen Sie sich beraten oder helfen. Tatsache ist, dass solche Aktionen teilweise wesentlich weniger kosten als manche klassischen Marketing-Kampagnen. Der Unterschied ist:

  • Sie haben ein weiterverwendbares Ergebnis (Rechte sichern nicht vergessen)
  • Sie haben oftmals kostenlose Presseaufmerksamkeit
  • Sie bekommen hierdurch jede Menge kostenlose Backlinks
  • Sie schaffen eine wesentlich höhere Bindung zu Kunden und Interessenten
  • Sie bauen einen Adress-Stamm für einen Newsletter aus oder auf
  • Sie haben die Chance eine Community aufzubauen

Nun, manche werden jetzt denken, so ein Blödsinn, mein Geschäft ist lokal. Außerdem funktioniert das doch sowieso nicht. Nun, nicht für jedes Unternehmen ist das ein gangbarer Weg. Aber denken Sie mal genau darüber nach. Kann man nicht genügend lokale Kanäle nutzen? Lokale Communities gibt es fast überall. Zeitungen und Radiosender doch sowieso. Die suchen ständig etwas um sich vom Einheitsbrei abzuheben. Beispiel Videotrailer, die heutigen Kids sind da sehr kreativ. Ansonsten gäbe es YouTube nicht. Kostet ein Videotrailer ohne Crowdsourcing nicht möglicherweise wesentlich mehr?

Für mich gehört Crowdsourcing in jedes größere Online Marketing Konzept dazu. In Kombination mit anderen Aktionen kann sich sowas schnell multiplizieren. Wenn Sie keine Community oder nennenswerte Adress-Liste haben ist Crowdsourcing oder ein Preisausschreiben noch immer der günstigste, einfachste und effektivste Beginn. Es ist sicher auch nicht für jedes Unternehmen geeignet, aber sicher für jedes zweite!

Originalpost – 2009-10-17 – 14:46:04

Advertisements

Ein Gedanke zu “Crowdsourcing – Neue Mode oder echte Chance?

  1. Pingback: Tweets that mention Crowdsourcing – Neue Mode oder echte Chance? « Solutions4Web Blog -- Topsy.com

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.