iPad Test – Meine persönliche Meinung

Wie manche schon wissen, habe ich mein iPad gewonnen indem ich an einem Webinar teilnahm. Mein Dank hierfür nochmals an die Firma Vipex Organic Link Marketing GmbH in Köln, insbesondere an den Herrn Sasâ Ebach, der das Webinar hielt.

Nach über einer Woche im Dauertest glaube ich meine endgültige Meinung zum iPad kundtun zu können. Bei einigen Punkten war ich positiv überrascht, bei einigen erwartungsgemäß enttäuscht. Da man mich nicht wirklich als Apple Fan kennt kann man auch eine konstruktive Kritik erwarten, und die werdet ihr bekommen.

Apple und die Modellauswahl

Da ich das kleinste und „billigste“ iPad gewann, mit WLAN und 16 GB ohne UMTS, muß ich sagen, spart euch die 500,- € oder legt was drauf. Hätte ich das iPad gekauft würde ich mich auf ewig ärgern. Die WLAN Reichweiter ist zwar in Ordnung, aber ohne WLAN funktionieren viele Applikationen nicht, obwohl die Informationen gecached wären. Ohne INternet Verbindung kommt dann einfach die Meldung, dass keine Internet Verbindung besteht und deshalb das Video, die Website oder was auch immer plötzlich nicht mehr angezeigt werden kann, trotz Caches. Da ist wohl jemand auf Nummer sicher gegangen. Ich weiß 800,- € sind happig, aber entweder das große mit UMTS und 32 GB oder gar keins, denn der Speicher ist extrem schnell voll.

Apple und A1

Nun, die Mobilkom (A1) verkauft ja selbst das iPad, aber es funktioniert nicht, zumindest nicht bei mir. Denn es gibt Probleme mit der A1 Internet Security die ich auch als ADSL Kunde habe. Die musste ich nämlich ausschalten, damit ich auch YouTube Videos und Audio-Streaming empfangen konnte. Das sollte keiner tun wenn er nicht weiß was er tut, denn sonst ist das Notebook oder der PC schutzlos, wenn man nichts vernünftiges lokal installiert hat. Ich hoffe A1 findet hier bald eine Lösung. Ich glaube jedoch, dass auch andere Internet Anbieter das Problem haben werden, sowie auch manche WLAN Router. Da das alles beim Notebook und beim normalen PC problemlos funktioniert sollte sich Apple diesen Schuh schon selbst anziehen und sich fragen was man hier gedacht hat.

Apple und Flash

Das iPad wär eine tolle Surfmaschine, wenn es nicht bei vielen Webseiten Probleme gäbe, weil diese Flash einsetzen. Da fehlt ein Menü, dort ist ein Video (nicht alle sind auf YouTube, sogar überraschend viele nicht), hier ist ein Script was der Safari nicht kann usw. Es ist also leider wie erwartet nicht so toll im Internet zu surfen, wenn jede 3. Website nicht gescheit funktioniert. Selbst ein CMS und ein Webshop eines Kunden macht Probleme oder geht nur extrem langsam. Auf Flash zu verzichten war wohl das dümmste was Apple tun konnte, denn da werden sich viele aufregen, die nicht wussten wie wichtig Flash im Web ist und das iPad als Notebook Ersatz sahen.

Apple und die Dateiformate

Hier war ich echt überrascht, man kann zwar recht einfach Applikationen finden die nahezu alle Fileformate anzeigen, aber nichts verändern können. Open Office ist nicht zu finden was mich sehr überrascht. Da kann nur Apple selbst Open Office aussperren, dass es da noch immer nichts gibt. Auch Microsoft Office Dateien bedarf einer kostenpflichtigen App um diese auch vernünftig bearbeiten zu können. Ebenso gibt es keinen vernünftigen Player für nicht Apple Video Formate, alle die ich gefunden haben sind unbrauchbar. Beispiel, ich hatte eine App um alle Videos downloaden zu können und eine App um dieses Video auch abzuspielen. Nur konnte ich auf die Datei nicht zugreifen und Apple konnte das File auch nicht finden. Also die Apps können vielfach nicht miteinander. Vielleicht kommt da bald ne gescheite App, aber bislang wurde ich enttäuscht. Ich habe auch keine Lust 10 Apps zu kaufen um vielleicht eine zu finden die ein Kompromiss darstellt.

Apple und die Bedienerführung

Alle die ein iPhone oder iPod Touch hatten finden sich sofort zurecht. Man braucht zwar einige Bewegungen mehr die man erst erlernen muss, aber es geht. Die Tastatur ist toll und es fühlt sich alles so typisch „Apple cool“ an. Das hat sich auch nicht geändert. Es gibt jedoch vieles was nicht geht oder was ich nicht weiß wie das geht, da man einfach mehr tun will als auf dem iPhone oder iPod Touch. Ein Demo gibt es nicht und die Hilfe ist auch selten wörtlich zu nehmen. Da ist YouTube jedoch hilfreicher, denn da erklären manche per Video wie was funktioniert. Ansonsten ist es echt gut. Auch die Tastatur hat mich positiv überrascht und ich habe sicher an die 50 E-Mails geschrieben, was ich nicht täte wenn es nicht ganz gut ginge. Beim Querformat habe ich zwar zu kurze Finger, aber es geht dennoch. Man kann damit echt arbeiten und zwar in jeder Lage. Ein Notebook im Bett ist immer irgendwie störend, beim iPad kann ich mich sogar auf die Seite legen (Monitor lock damit das Bild nicht dreht) und man kann im Liegen gut arbeiten. Also hier wurde ich bis auf ein paar Kleinigkeiten sehr positiv überrascht. Ich habe meiner Tochter (2 Jahre) eine App runtergeladen (SoundTouch – kostenpflichtig) und die liebt diese Applikation (Bilder mit Tönen und Musik untermalt). Auch andere Apps hat sie schnell verstanden wie man tippt und zieht, also hier hat Apple vieles richtig gemacht.

Apple und das Display

Super Bild, Videos sind ein Traum, aber wehe es kommt zuviel Licht drauf. Von den Tapsern ganz zu schweigen. Man ist dauernd am Display putzen und überlegt sich dreimal wie man sich im Freien hinsetzt. Die Bild-Qualität ist Top, aber hier ging es definitiv besser. Es ist einfach unangenehm, wenn man einem Interessenten das frisch geputzte iPad für eine Präsentation oder ein Video überreicht und da sind die Fingerabdrücke zu sehen, es geht einfach nicht ohne. Ansonsten macht das iPad schon einiges her, zugegeben.

Apple und die Bücher

Die wollten echt Amazon und dem Kindle Konkurrenz machen? Vielleicht in den USA aber das Angebot hierzulande ist lächerlich und beruht großteils auf kostenlose Bücher von lange verstorbener Autoren (Stichwort: Gutenberg Projekt). Zeitungen gibt es großteils nur per eigener Apps und aktuelle Romane sind Fehlanzeige. Da hat Apple echt den Mund zu voll genommen, aber es gibt ja die Kindle App. Wer damit leben kann täglich das iPad aufzuladen kann es als Kindle Konkurrenz sehen, aber alle anderen sind mit einem Amazon Kindle Gerät besser dran.

Apple und die Videos

Oben schoon angesprochen, aber Videos sind ein echtes Problem. Vimeo, Sevenload, MyVideo & Co sind ausgesperrt, jedes Video muss konvertiert und über iTunes hochgeladen werden, das nervt und kostet Laien sicher Jahre Ihres Lebens vor lauter hohem Blutdruck. Was runterladen und anschauen ist einfach nicht auf dem iPad und das fehlt mir gewaltig. Ich hoffe aber auf einen findigen App Programmierer, der sich dessen annimmt und darauf, dass die Video Portale schnellstmöglichst reagieren und auf HTML 5 umstellen.

Apple und die Kommunikation

Es gibt kein Outlook also muss man alles einzeln machen. Leider sind die eingebauten Kalender und Kontakte nicht brauchbar und es muss was besseres her. Da ich Google Apps verwende gibt es glücklicherweise einen Top Kalender (CalenGoo), wenn auch kostenpflichtig, dafür funktioniert der auch Offline. Für die Kontakte findet sich sicherlich auch noch was. Hootsuite geht glücklicherweise per Web Browser und die App wird hoffentlich bald auch für das iPad zur Verfügung stehen, aber da bin ich zuversichtlich. Für Facebook braucht man nichts, da tuts der Browser allemal.

Apple und die Apps

Es gibt bereits vieles für das iPad, aber es muß noch einiges konvertiert werden. Wer jedoch mit einem kleinen Bildchen (sieht echt billig aus) leben kann, verwendet eben die Apps für das iPhone oder den iPod Touch. Man kann das Bild zwar vergrößern, aber dann wird das Bild pixelig. Ich bin zwar nicht der Spieler, habe mir das aber dennoch für diesen BEricht kurz angesehen. Es gibt bereits vieles, sogar ein kostenloses Online Rollenspiel. Da kommt sichernoch mehr, denn das ist auchz für die großen Spielefirmen interessant, vor allem die Spiele die auf Facebook, Android und auf dem iPad funktionieren werden sicher ein Hit.

Apple und das schwarze Loch

Flash fehlt, ein Dateisystem fehlt und vor allem die Kommunikation zwischen den Apps fehlt. Das fehlende Multitasking stört weniger, aber es stört. Warum kein GPS, keine Kamera, kein USB, kein SD-Laufwerk und auch sonst nichts da ist was ein Notebook ersetzen kann bleibt weiter fraglich. Man kann ohne leben, aber ohne Flash ist das (noch) echt mühsam.

Mein Fazit

Ich bin froh über mein iPad und nutze es auch viel. Ein Blogartikel werde ich aber sicher nie schreiben, da ist die echte Tastatur einfach unschlagbar. Kaufen würde ich es mir dennoch nicht, da es nichts ersetzen kann. Hier warte ich noch auf die Android und Linux Geräte zum Vergleich. So habe ich eben die Wahl mein Notebook oder das iPad mitzunehmen, beides tue ich sicher seltener. Wenn ich es kaufen würde jedoch nur mit UMTS, auch wenn hier nur eine Mini Sim möglich ist. Da 16 GB wenig ist, auch 32 GB ist wenig, würde ich auch zum großen tendieren. Da man aber richtig gut Notebooks um 800,- € bekommt ist keine Kaufempfehlung zu geben.

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